Praktische Qualifizierung

Praktische Qualifizierung

Der Forschungsauftrag des Graduiertenkollegs umfasst intellektuelle Konzepte und lebensweltliche Fragen. Diese Ausrichtung spiegelt sich in der praktischen Qualifizierung wider. „Orte der Romantik“ heißt der Ausbildungsabschnitt, der sich im Rahmen von Hospitationen, Projekten und Praktika mit der konkreten Arbeit an Modellen des Romantischen befasst. Die praktischen Qualifizierungsanteile zielen auf eine Reflexion und aktive Förderung von Transferprozessen. Zum einen soll der analytische Blick für die Veränderungen der Diskurse in öffentlichen Zusammenhängen von Museen, Marketing und Journalismus geschärft werden. Zum anderen soll die Fähigkeit der Doktorand_innen geschult werden, über den Gegenstand des Kollegs in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen und Textsorten zu sprechen.

Am 4./5. Oktober 2016 fand als Auftakt der praktischen Qualifizierungsphase mit unseren kooperierenden Kulturinstitutionen der Workshop „Romantik in der Praxis“ statt.

Bildungsarbeit im Museum

Im Museumsbereich wird mit Modellen der Romantik gearbeitet: Modelle werden aktualisiert und an die Öffentlichkeit vermittelt. In musealen Zusammenhängen erfolgt die Versinnlichung und Materialisierung zentraler Ideen und Lebensformen der Romantik.

Im Ausstellungsbereich haben die Doktorand_innen bisher vor Ort mit dem Jenaer Romantiker-Haus zusammengearbeitet. Regional und deutschlandweit absolvierten unsere Kollegiat_innen Praktika im Kügelgenhaus/Museum der Dresdner Romantik und dem Goethe-Haus des Freien Deutschen Hochstifts sowie bei unseren internationalen Kooperationspartnern, im Maison Chateaubriand und im Walden Woods Project. Weitere Kooperationen bestehen mit dem Ernst-Haeckel-Haus (Jena), dem Pommersches Landesmuseum (Greifswald), dem Novalis Museum Schloss Oberwiederstedt und dem Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf.

Während die Projektarbeit in der Regel Einblicke in bestehende und bewährte Strukturen gibt, erlaubt die Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift und dem geplanten Deutschen Romantik-Museum die Mitwirkung bei der Konzeption eines aufzubauenden Hauses.

Veranstaltungskonzeption

Kollegiat_innen haben auch am Standort Jena die Möglichkeit, zu erproben, wie stark Veranstaltungsreihen und Events Denkmodelle voraussetzen und sich zugleich für einen stetig wachsenden Bereich des Kulturlebens zu qualifizieren, denn die Zahl von Kulturveranstaltungen, die auf ein breiteres Publikum zielen und einen hohen Erlebniswert versprechen, nimmt zu. So veranstalteten im Sommer 2016 Kollegiat_innen in der Jenaer Hofoper das Event „Romantische Welten. Musik – Poesie – Bewegte Bilder“. Im April 2017 fand in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena die Veranstaltung Mondnacht-Vertonungen im Wandel der Zeit“ statt.

Exempel für gegenwärtige Romantik-Aktualisierungen können einem breiteren Publikum auch mit Lesungen, reflektierenden Diskussionsforen oder musikalischen und bildnerischen Beiträge aufgezeigt werden. Im November 2017 fand ein mehrteiliges – von Doktorand_innen organisiertes – Event mit einer Soundlesung von Hendrik Otremba und Andreas Spechtl, einer Lesung mit Ingo Schulze und Felicitas Hoppe und einer Gesprächsrunde mit den geladenen Künstler_innen zum Thema „Romantik in Literatur und Musik der Gegenwart“ statt. Mit der in diesem Projektbereich angestrebten Qualifikation im Bereich des Kulturmanagements gelingt so auch eine Anbindung an das gegenwärtige Kulturleben.

Städte- und Kulturmarketing

Ein Feld der Popularisierung und breitenwirksamen Vermittlung von romantischen Modellen ist das Städte-Marketing. Jena hat sich 2015 als Stadt der Romantik inszeniert. Dresden versuchte dies 2014 mit einer Jahreskampagne. Das ‚romantische Heidelberg’ wird tagtäglich touristisch inszeniert. Die Heidelberg Marketing GmbH ermöglicht einen Arbeitsaufenthalt vor Ort, der sowohl zu Forschungszwecken als auch zum Erwerb von Marketing-Kompetenzen genutzt werden kann. Eine praktische Orientierung im Tourismusmarketing ist ebenso im städtischen Eigenbetrieb JenaKultur möglich.

Journalismus

Die Mitglieder einer jeden Kohorte des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“ bekommen die Gelegenheit, im Rahmen des Studienmoduls Praktische Qualifizierung an einem journalistischen Workshop teilzunehmen. Die Doktorand_innen können hier Schreiberfahrungen in außerwissenschaftlichen Kontexten sammeln und zudem Einblicke in das Berufsfeld Journalismus bekommen. Uwe Ebbinghaus, Redakteur im Feuilleton der F.A.Z., hat im Sommersemester 2017 die Leitung des zweiteiligen Workshops übernommen.

– 12.-13.05.2017, 30.06.-01.07.2017: Journalistischer Intensivworkshop mit Uwe Ebbinghaus (Frankfurt am Main) (Seminarraum Bachstraße, Kyffhäuser Denkmal)