Betreuungsstruktur

Transparente Betreuungsstrukturen sollen eine hohe wissenschaftliche Qualität und den Abschluss der Projekte in der Förderdauer sicherstellen. Sie stützen sich – auf Basis der langjährigen Erfahrungen der beteiligten Wissenschaftler_innen in der Nachwuchsbetreuung –  auf drei Säulen:

  1. Individualbetreuung durch zwei am Kolleg beteiligte Wissenschaftler_innen
  2. Betreuung in der Gruppe der Kollegiat_innen
  3. Nutzung betreuender Service-Leistungen der Graduierten-Akademie

Die Individualbetreuung der Promotion erfolgt grundsätzlich durch zwei am Projekt beteiligte Wissenschaftler_innen. Die Promovierenden wählen zunächst eine_n hauptverantwortlichen Erstbetreuer_in. Mit dem/der Erstbetreuer_in werden der Arbeitsplan und seine Phasen (Konzeption, Materialfindung, Niederschrift) abgesprochen, Abgabefristen und Meilensteine festgelegt. Der/die Erstbetreuer_in überprüft das Einhalten der Fristen, liest die abgegebenen Texte und Kapitel und bespricht diese mit dem/der Doktorand_in. Die Betreuungsintensität wird in der zweiten Promotionsphase (5. und 6. Semester) gesteigert, so dass eine stetige Rücksprache über die Arbeitsfortschritte erfolgt.

Um eine ausschließliche Bindung an eine/n Betreuer_in zu vermeiden, ist die Integration mindestens einer weiteren Betreuungsperson vorgesehen. Aus der zehnköpfigen Gruppe der Betreuenden wählen sich die Doktorand_innen feste Ansprechpartner_innen, um sich in Gesprächen notwendige Expertise und Unterstützung zu verschaffen. Der Zweitgutachter oder die Zweitgutachterin wird erst im Promotionsverlauf auf der Basis praktischer Erfahrung festgelegt. Wir zielen mit der Festlegung der Zweitbetreuung im Arbeitsprozess auf ein sachorientiertes und undogmatisches Vorgehen. Die Zuständigen können aus der Kolleggruppe stammen oder externe Wissenschaftler_innen sein. Durch dieses Vorgehen soll die Durchlässigkeit des Kollegs und die Anschlussfähigkeit seiner Absolvent_innen erhöht werden. Die Promovierenden nehmen an den Doktorandenkolloquien des/der Erst- und Zweitbetreuer_innen teil, um ihre Arbeitsergebnisse auch außerhalb des Graduiertenkollegs zu präsentieren.

Kollegiat_innen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben, werden von ihren Betreuer_innen durch ein formalisiertes Mentoring unterstützt, das die Förderung der wissenschaftlichen Eigenständigkeit und Profilbildung des/der Doktorand_in zum Ziel hat. Folgende Optionen werden den Kollegiat_innen angeboten und regelmäßig besprochen: Vermittlung einer Rezension oder eines Artikels in einem Peer-Review-Medium, die Ermutigung zu lehren, die Vermittlung einer Tagung, Gespräche über mögliche Wege in die Forschung. Daneben unterstützt die Graduierten-Akademie Doktorand_innen mit Kursangeboten und Beratungen zur Laufbahnplanung und Karriereentwicklung („Wissenschaftskarriere in Deutschland: Auf dem Weg zur Professur“, „Drittmittel einwerben“, „Zeit- und Selbstmanagement“).

Die Betreuung in der Gruppe ist neben der Individualbetreuung die wichtigste Säule des vorliegenden Konzepts. Denn die Einbindung in eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftler_innen auf der gleichen Qualifikationsstufe schafft einen sozialen Zusammenhang, der zum einen eine stützende Struktur liefert, zum anderen Anreize bietet und die Selbstkontrolle fördert. Zu den markanten Merkmalen des strukturierten Promovierens gehört nicht nur die Einbindung in eine fördernde Struktur, sondern auch die Ausbildungsgruppe mit ihrer sozialen Dynamik. Um diese produktiv zu nutzen, wurde das Format „Graduiertenwerkstatt“ entwickelt und den Kollegiat_innen eine Forschungskoordinatorin zur Seite gestellt.