Max Ischebeck

Dienstadresse

Max Ischebeck, Dipl.-Soz.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 104 a
07743 Jena
max.ischebeckuni-jena.de
+49 (0) 3641 9 44194

Curriculum Vitae

Max Ischebeck (geb. 1985) studiert von 2007 bis 2012 Soziologie im Diplomstudiengang an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Schwerpunkte sind Geschlechter- und Kultursoziologie. Während des Studiums ist er als Hilfskraft am Lehrstuhl für politische Soziologie sozialer Ungleichheit tätig. 2013 beginnt er sein Jazzstudium mit Hauptfach Gitarre am Conservatorium Maastricht. 2014 wechselt er an die Hochschule für Musik Saar, wo er 2018 sein Studium abschließt. In dieser Zeit ist er außerdem am iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. in Saarbrücken angestellt. Im Saarland erhält er Stipendien von der Studienstiftung des deutschen Volkes und von der Yehudi Menuhin, Live Music Now-Stiftung.

Dissertationsprojekt

Musik und leiblicher Sinn. Untersuchung spezifischer sozialer Funktionen von musikalischen Praktiken in Romantik und Technokultur

Worin besteht die besondere gesellschaftliche Bedeutung von Musik? Sozialtheoretisch liegt es nahe, diese Frage zu stellen. Empirisch stellt sie Forschende aber vor Schwierigkeiten. So vielseitig wie die Musik selbst sind auch ihre individuelle Nutzung und ihre Verknüpfungen mit verschiedenen sozialen Bereichen. Die Strategie der Dissertation liegt deshalb darin, auf die frühe Romantik zu fokussieren, denn in dieser Zeit unterliegen Musik, Aufführung, Rezeption und ästhetische Konzepte einem starken und historisch bedeutenden Wandel.
Im Anschluss an neue phänomenologische Körpersoziologie geht die Arbeit davon aus, dass Musik als Medium für die Aushandlung und Reflexion leiblichen Sinns und Wissens eingesetzt werden kann. In der Romantik wird dieses Potential in den musikalischen Formen und den Praktiken des Hörens maßgeblich entwickelt. Einen zweiten Zugang bieten poststrukturalistische Subjektivierungstheorien. Musik hören wird um 1800 zur Selbsttechnik und zu einem Mittel der Auslotung und Herstellung spezifisch romantischer Subjektpositionen. Das Verhältnis der Romantik zur Musik zeichnet sich dabei durch spannungsreiche Ambivalenz aus. Auf der einen Seite soll sie Erlösung, universalen Weltzugang und Unmittelbarkeit vermitteln. Gleichzeitig wird das sublimierende Musikverständnis als trügerisch und pathologisch diffamiert. Diese Zusammenhänge werden im Rahmen einer historischen Diskursanalyse rekonstruiert.
Die Arbeit verfolgt, wie romantische Praktiken Zugänge zu Musik bis in die heutige Zeit prägen. Um dies zu überprüfen, werden Interviews zu aktuellem „Avantgarde“-Jazz und zu elektronischer Popmusik durchgeführt. Diese werden mit Hilfe der Dokumentarischen Methode qualitativ ausgewertet.
Wichtiger Bestandteil musikalischer Subjektivierungs- und Körperpraktiken ist die an akustische Formen gerichtete Zuschreibung von Bedeutung. Um Sinnzusammenhänge angemessen deuten zu können, wird die Untersuchung von Texten deshalb mit einer musikwissenschaftlichen Werk- und Improvisationsanalyse romantischer und aktueller Musik verknüpft.

Forschungsinteressen

Sozialtheorie; Kultursoziologie, insbesondere Soziologie der Musik; interdisziplinäre Zugänge zu gesellschaftlichen Phänomenen unter Berücksichtigung der Geschichtswissenschaft, der Musikwissenschaft und der Philosophie

Publikationen

MONOGRAPHIEN

  • (zus. mit Sabine Kirchen-Peters) Sektorenübergreifende Hilfen nach Erstdiagnose Demenz im Krankenhaus, Saarbrücken, 2016.
  • (zus. mit Lukas Nock/Sabine Kirchen-Peters) Studie zur Situation der Demenznetzwerke in Rheinland-Pfalz, Saarbrücken, 2016.

REZENSION