Maria Safenreiter

Dienstadresse

Maria Safenreiter
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 105
07743 Jena
maria.safenreiteruni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 49016

Curriculum Vitae

Maria Safenreiter (geb. 1991) absolvierte von 2011 bis 2018 ein Lehramtsstudium in den Fächern Französisch und Kunst (Abschluss: „Erste Staatsprüfung“) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der Bauhaus-Universität Weimar. Während ihres Studiums war sie als Hilfskraft am Institut für Romanistik (Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft – Französische und Italienische Literatur) der FSU sowie des Studierendenwerks Thüringen (Abteilung „Kultur und Soziales“) tätig. Seit Oktober 2018 ist Maria Safenreiter Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“.

Dissertationsprojekt

DAS WUNDERBARE IN ROMANTIK, SURREALISMUS UND POPLITERATUR. AKTUALISIERUNG UND REAKTUALISIERUNG EINER ZENTRALEN ROMANTISCHEN KATEGORIE

Dass ein Zusammenhang zwischen der Romantik und dem Surrealismus besteht, ist bis dato mehrfach festgestellt und in Standardwerken, wie Maurice Nadeaus Histoire du surréalisme (1945), festgehalten worden. Jedoch liegen noch immer nur wenige Studien vor, welche bei der Analyse der Beziehung zwischen den beiden Geistesbewegungen über den Ansatz der traditionellen Einflussforschung hinausgehen (vgl Lübcke/ Thun 2018). Ziel des Dissertationsprojekts ist es folglich, die Funktion des ‚Romantischen‘ innerhalb der surrealistischen Literatur zu untersuchen und herauszufinden, ob die Romantik für den Surrealismus als modellbildend verstanden werden kann. Dabei steht der als modellhafte Vorstellung von Romantik konzipierte Begriff des Wunderbaren im Fokus der Arbeit. Anhand einer systematischen Analyse von Prosatexten ausgewählter surrealistischer Autoren (Breton, Aragon, Desnos) gilt es zuerst zu ermitteln, auf welche Art und Weise sich die Surrealisten das Wunderbare aneigneten. Im zweiten Schritt sollen dann sowohl die Funktion des Wunderbaren innerhalb der jeweiligen Texte als auch die darin implizierte Wirklichkeitskonzeption bzw. Weltdeutung untersucht werden.

Aufbauend auf die Ergebnisse aus den obigen Schritten soll anschließend aufgezeigt werden, ob eine Linie vom Surrealismus bis in die heutige Popkultur gezogen werden kann – ob man folglich von einer Rezeption und Transformation eines vom ‚Modell Romantik‘ gespeisten ‚Modells Surrealismus‘ ausgehen kann. Die Bedeutung und Funktion dieser Reaktualisierung der Romantik anhand des surrealistischen merveilleux quotidien (dem ‚alltäglich Wunderbaren‘) – wenn auch das Romantische hier stark verdichtet erscheinen würde – ist mithilfe der Analyse von einigen Romanen von Frédéric Beigbeder und Virginie Despentes zu ermitteln, die in dieser Hinsicht bislang wenig untersucht worden sind und die aufgrund ihres Stils bzw. ihrer Ästhetik der Popliteratur zugerechnet werden. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Texte: Frédéric Beigbeder: 99 francs (2000), L’idéal (Au secours pardon) (2007), L’égoiste romantique (2005) und Un roman français (2009) sowie Virginie Despentes Romantrilogie Vernon Subutex 1, 2, und 3 (2015, 2017).

Forschungsinteressen

Europäische Romantik; Kunst und Literatur der klassischen Moderne, v.a. französische Literatur am Ausgang des 19. Jahrhunderts; Avantgardeliteratur; Gegenwartsliteratur; Popkultur und Popliteratur; Subkultur; Gegenwartskunst; Bild- und Filmtheorie