Patricia Kotzauer

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Dienstadresse

Patricia Kotzauer, M.A.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 108
07743 Jena
patricia.kotzaueruni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 44196

Curriculum Vitae

Patricia Kotzauer (geb. 1989) studierte von 2008 bis 2012 in einem Bachelorstudiengang Germanistik und Geschichte. Von 2012 bis 2015 belegte sie ebenfalls an der FSU Jena den Masterstudiengang Neuere Geschichte. Während ihres Studiums war sie als Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte und im DFG-Netzwerk „Materielle Kultur und Konsum im Europa der Frühen Neuzeit“ tätig. Außerdem war Patricia Kotzauer von 2013 bis 2015 als Besucherbetreuerin im Schillerhaus in Rudolstadt engagiert, wo sie Führungen anbot und Archivrecherchen durchführte. Seit Oktober 2015 ist sie Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“.

Dissertationsprojekt

Queerer Hedonismus und romantische Inszenierungen des Selbst bei Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg, König Ludwig II. von Bayern und Marchesa Luisa Casati (1772-1957)

Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg, Freund von Jean Paul und Bettina von Arnim, lebte um 1800 einen ambiguen Geschlechtsentwurf, der zwischen den Polen ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ changierte. König Ludwig II. von Bayern, Mäzen Richard Wagners, erschuf im 19. Jahrhundert fantastische mittelalterliche und barocke Schlösserwelten und imaginierte sich selbst als deren Herrscher. Die italienische Stilikone Luisa Casati nutzte den ästhetisierten Lebensstil der Avantgarde um 1900, um sich auf fantastische Weise ständig neu zu erfinden.
In meiner Arbeit werde ich der Frage nachgehen, inwiefern über diese drei Rezeptionsetappen des romantischen Subjektentwurfs ein Modellcharakter generiert wurde, der sich im Motiv hedonistischer Selbstinszenierung widerspiegelt und eine Freiheit der Selbstdefinitionen propagiert. Welche Möglichkeiten das romantische Prinzip der permanenten ‚Selbstschöpfung und Selbstvernichtung‘ (Schlegel) für die Inszenierung von Geschlecht bot, wird dabei eine zentrale Forschungsfrage sein. Welche Bedeutung Konsum für die Aufführung dieser Selbstentwürfe spielte, steht des Weiteren im Fokus meines Forschungsinteresses.

Forschungsinteressen

Geschlechtergeschichte, Queer Studies, Materielle Kultur- und Konsumforschung, Adelsforschung

Publikationen

AUFSÄTZE

  • „Ich schließe dich an mein Herz“. Familienleben im Briefwechsel, in: Helmut Hühn/Ariane Ludwig/Sven Schlotter (Hg.), „Ich bin im Gebiet der Poesie sehr freiheitsliebend“. Bausteine für eine intellektuelle Biographie Charlotte von Schillers, Jena 2015, S. 53-60.
  • Queer Things? Sammellust und Selbstinszenierung bei August dem Glücklichen (1772-1822), in: Anne Conrad u.a. (Hg.), Frauen – Männer – Queer. Ansätze und Perspektiven aus der historischen Genderforschung, Sankt Ingbert 2015, S. 177-189.
  • Texte keiner Autorin – Rahel Varnhagen und der Brief als literarische Form, in: Kunst, Spektakel, Revolution 4 (2014), S. 29-38

Vorträge

  • Zum Nutzen von Queer Theory und Material Studies für die Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit [Tagung „Wie weiter mit der Geschlechtergeschichte?“, Saarbrücken, 31. Januar – 2. Februar 2014]
  • Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg aus intersektionaler Perspektive [Tagung des Arbeitskreises Biografie und Geschlecht, Hamburg, 17.-18. April 2015]
  • „Der Zauberspiegel für eine männliche Armide“. Zum Konsum von Ambiguität bei Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822) [Materialität(en) – 21. Fachtagung des Arbeitskreises Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit, Stuttgart, 29.-31. Oktober 2015]