Mareike Timm

mareike_timm

Dienstadresse

Mareike Timm, M.A.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 115
07743 Jena
mareike.timmuni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 44199

Curriculum Vitae

Mareike Timm (geb. 1987) studierte von 2007 bis 2010 im Bachelor of Arts/Profil Lehramt die Fächer Deutsch und Erdkunde an der Georg-August-Universität Göttingen. Nach einem Aufenthalt an der Washington University in St. Louis/USA (2010-2011) absolvierte sie zwischen 2011 und 2015 den Masterstudiengang Deutsche Philologie an der Universität Göttingen. Während und nach ihrem Studium arbeitete Mareike Timm als wissenschaftliche Hilfskraft für Prof. Paul Michael Lützeler, Prof. Claudia Stockinger sowie Prof. Heinrich Detering. Von 2007 bis 2014 war Mareike Timm Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Seit Oktober 2015 ist sie Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“.

Dissertationsprojekt

Die Ästhetik des Handwerks. Zu einer romantischen Denkfigur in der Prosa des langen 19. Jahrhunderts

Die ursprünglich vormoderne Einheit von Kunst und Handwerk wird als romantische Denkfigur in der Literatur um 1800 virulent und prägt fortan das Erzählen vom zünftigen Handwerk. Wirkmächtig bis weit in das 20. Jahrhundert hinein (u.a. bei Hermann Hesse), lässt sich in der Verbindung des Handwerks mit der Künstlerthematik sowohl die epochenspezifische Ausdifferenzierung dieser Einheit als auch deren polemische Überschreitung beobachten. Dabei ist eine diskursive Überlagerung beider Bereiche zu erkennen: Das Gespräch über die Kunst bedient sich der Rede über das Handwerk und anhand des Handwerks werden zentrale Gedanken der jeweiligen Kunstauffassung veranschaulicht. Die programmatischen oder literarischen Reflexionen über das Handwerk als Gewerbezweig, den Handwerker als Figur oder die handwerklichen Erzeugnisse diskutieren selbstreferenziell ästhetische bzw. poetologische Fragen, die anhand von Novellen, Erzählungen und Romanen des langen 19. Jahrhunderts (z.B. von E.T.A. Hoffmann, Ludwig Tieck, Theodor Storm und Marie von Ebner-Eschenbach) rekonstruiert werden sollen. Im Spannungsverhältnis zwischen romantischer Idee und literarischer Transformation bestätigt jede Aktualisierung die Wirkung und Bedeutung einer Denkfigur, die in der historischen Romantik wurzelt und zugleich weit über diese hinaus reicht. Ziel des Forschungsvorhabens ist es nicht nur, dem Ursprung dieser romantischen Denkfigur nachzuspüren, sondern auch epochenspezifische Abgrenzungsstrategien (insbesondere an der Grenze von Romantik und Realismus) herauszuarbeiten. Überdies soll überprüft werden, inwieweit die fortschreitende Industrialisierung sowie die Technisierung der Arbeitswelt – etwa in Form einer ‚Entromantisierung‘ – sich auch literarisch auswirkten. Obgleich die Denkfigur zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bedeutung eingebüßt hat, bleibt die verlorengegangene und zugleich stets beschworene Einheit von Kunst und Handwerk über die Literatur hinaus als Überhang dieser romantischen Denkfigur aktuell, indem sie realiter – etwa in Form von Offenen Museumswerkstätten und Kunsthandwerkermärkten – noch bis in die Gegenwart fortwirkt.

Forschungsinteressen

Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts, Handwerks- und Künstlerliteratur, Novellen- und Romantheorie

Publikationen

HANDBUCHARTIKEL

  • Art. „Ein stiller Musikant“, in: Christian Demandt/Philipp Theisohn (Hg.), Storm-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart/Weimar 2017, S. 193-195.
  • Art. „Posthuma“, in: Christian Demandt/Philipp Theisohn (Hg.), Storm-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart/Weimar 2017, S. 137-139.

REZENSIONEN

  • Rezension zu: Kristin Eichhorn, Die Kunst des moralischen Dichtens. Positionen der aufklärerischen Fabelpoetik im 18. Jahrhundert, Würzburg 2013, in: Zeitschrift für Germanistik N.F. XXIV, H. 3 (2014), S. 658-660.
  • Rezension zu: Lu Mingjun, Wahnsinn der Medea. Eine Studie zu Grillparzers Trilogie ‚Das goldene Vließ‘ und Jahnns Drama ‚Medea‘. Heidelberg 2013, in: Arbitrium 32, H. 3 (2014), S. 347-348.

Vorträge

  • „daß aus reiner Spekulation alle Poesie verschwinden soll“. Max Kretzers Meister Timpe im Widerstreit zwischen Handwerk und Fabrikwesen [Workshop: TextTechniken, Universität Erfurt, 13.-14. Januar 2016]
  • Violent Acts in a Male-Dominated Society: Seduction and Recovery of Honor in Fontane’s Effi Briest [18th German Graduate Student Conference „Textual Violence in German Contexts“, University of Virginia (Charlottesville/USA), 18.-19. März 2011]

Varia

TEXTE IN AUSSTELLUNGSKATALOGEN

Exponatsbeschreibungen in: Claudia Bamberg/Cornelia Ilbrig (Hg.), Aufbruch ins romantische Universum. August Wilhelm Schlegel (Ausstellung im Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum, 6. September bis 12. November 2017). Göttingen 2017.

  • A.W. und F. Schlegel: Athenaeum. Ersten Bandes Erstes Stück, S. 83 (Kat. Nr. 23).
  • A.W. und F. Schlegel: Athenaeum. Ersten Bandes Zweytes Stück, S. 83 (Kat. Nr. 24).
  • C., F. und A.W. Schlegel: Brief an F. von Hardenberg, 1. Juli 1798, S. 84-85 (Kat. Nr. 27).
  • F. Schlegel: Lucinde. Ein Roman. Erster Theil, S. 85 (Kat. Nr. 28).
  • F. Schiller: Brief an A.W. Schlegel, 1. Juni 1797, S. 85 (Kat. Nr. 29).
  • C. und A.W. Schlegel: Brief an J.C.F. und J. Schlegel, Juli 1796, S. 86 (Kat. Nr. 31).
  • J.G. Schadow: Versuch auf den Parnass zu gelangen, S. 86-87 (Kat. Nr. 34).
  • A.W. Schlegel: Doktordiplom von der Jenaer Universität […], d. d. Jena, 24. Oktober 1798, S. 90-91 (Kat. Nr. 49).
  • C.G. Schütz: Gutachten zur Ernennung A.W. Schlegels zum Honorarprofessor der Universität Jena, Juni 1798, S. 91 (Kat. Nr. 50).