Marc Emmerich

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Dienstadresse

Marc Emmerich, M.A.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 104 a
07743 Jena
marc.emmerichuni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 44194

Curriculum Vitae

Marc Emmerich (geb. 1985) studierte von 2005 bis 2010 im Bachelorstudiengang die Fächer Philosophie und Indogermanistik an der FSU Jena. Den Masterstudiengang Gesellschaftstheorie verfolgte er von 2010 bis 2013 ebenfalls an der FSU Jena. Während seines Studiums war er als Hilfskraft am Lehrstuhl für Indogermanistik im Projekt „Historische Syntax des Jiddischen“ sowie an der Forschungsstelle Europäische Romantik der FSU Jena tätig. Seit Oktober 2015 ist er Kollegiat des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“.

Dissertationsprojekt

Zwischen Volonté Générale und Partizipatorischer Demokratie: Romantische Versöhnungsmodelle von Partikularinteresse und Gemeinwohl

In der Diskussion um die ‚Politische Romantik‘ dominiert seit dem 19. Jahrhundert die Tendenz, in der deutschen Romantik eine konservative Strömung und einen Wegbereiter des Nationalsozialismus zu sehen. In neuerer Zeit wird diese reduktionistische Herangehensweise zunehmend angezweifelt. Gehen Romantik und Konservativismus nicht störungsfrei zusammen, stellt sich im Umkehrschluss die Frage, ob die Romantik nicht auch zu progressiven Strömungen ein positiveres Verhältnis hat als bisher offen ausgesprochen. Immerhin zielte schon Carl Schmitts Kritik der ‚Politischen Romantik‘ eigentlich auf eine Abwehr der bürgerlich-liberalen Demokratie.
Dass die Romantik etwas zur Demokratie zu sagen haben muss, scheint auch deshalb evident, insofern sie sich im unmittelbaren zeitgeschichtlichen Kontext einer Transformation des antiken Demokratiebegriffs befand. Dieser wandelte sich zwischen 1780 und 1800 von einem Gelehrten- hin zu einem politisch aufgeladenen Bewegungsbegriff, der die Übertragung urbaner Demokratieformen auf eine nationale Ebene forcierte.
Davon ausgehend, dass demokratische bzw. republikanische Ideen von Romantikern aufgegriffen worden sein mussten, untersucht das Dissertationsprojekt, wie sich diese Ideen in romantisierenden Reflexionen verwandeln, zuspitzen und besondere Antworten für eine Versöhnung von Partikularinteresse und Gemeinwohl entwickelt werden.
Die Arbeit widmet sich zunächst dem städtischen Republikanismus im Mittelalter, um auf dieser Basis dessen Romantisierung angemessen fassen zu können. Die Leitfrage ist, wie in der romantischen Perspektive bestehende, regional begrenzte demokratische Ordnungen auf eine universale Gesamtheit hin reflektiert werden. Es soll dann gezeigt werden, wie die romantische Sicht auf die Demokratisierung u.a. von Charles Taylor oder Benjamin Barber aufgegriffen und erweitert wird, so dass die Bedeutung der Romantik als Scharnier zwischen städtischem Republikanismus und moderner Beteiligungsdemokratie sichtbar wird.

Forschungsinteressen

Staats- und Gesellschaftstheorien der Romantik, Demokratietheorien und -geschichte, Literatursoziologie, Post-/Strukturalismus und Semiotik

Vorträge

  • Das Unvernehmen in der Literatur von der Romantik zum Surrealismus [CIERA – Interdisziplinäres Zentrum für Deutschlandstudien und -forschung: Romantisme et Surréalisme. Eine Wahlverwandtschaft?/ Une affinité elective?, Université Lyon II, 18.-19. März 2016]