Hendrick Heimböckel

hendrick_heimboeckel

Dienstadresse

Hendrick Heimböckel, M.A./M.Ed.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 104 a
07743 Jena
hendrick.heimboeckeluni-jena.de
+49 (0) 3641 9 44194

Curriculum Vitae

Hendrick Heimböckel (geb. 1987) studierte von 2007 bis 2010 in einem Bachelorstudiengang die Fächer Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Von 2010 bis 2011 war er Gaststudent und Assistenzlehrer am Macalester College for Liberal Arts in St. Paul, Minnesota. 2014 beendete er erfolgreich den Masterstudiengang Komparatistik und Kulturpoetik sowie den Master of Education in den Fächern Deutsch und Philosophie an der WWU Münster. Während seines Studiums an der WWU Münster war er als Hilfskraft an den Lehrstühlen von Prof. Dr. Detlef Kremer und Prof. Dr. Andreas Blödorn tätig. Von Mai 2014 bis Oktober 2015 absolvierte Hendrick Heimböckel das Referendariat an der Euregio Gesamtschule Rheine für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen. Seit Oktober 2015 ist er Kollegiat des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“.

Dissertationsprojekt

Ästhetik des Absoluten – Funktionen und Verfahren von Epiphanien in moderner Prosa (1795-1820 / 1925-1955)

Das Dissertationsprojekt geht aus einem historisch-systematischen Fragehorizont hervor:

  1. Welche Darstellungsformen in deutschsprachiger romantischer Prosa (1795-1830) sind Umsetzungen von Reflexionen auf den, für die Philosophie und Poetik der Romantik, zentralen Ausdruck „das Absolute“?
  2. Lassen sich aus den semantischen Merkmalen und der Funktion dieser Darstellungsformen in den jeweiligen Handlungszusammenhängen ein produktionsästhetisches Modell für die Figurenentwicklung in Erzähltexten und ein rezeptionsästhetisches Modell existenzieller Sinnstiftung ableiten?
  3. Angesichts welcher inhaltlichen Abweichungen und Konstanten werden diese Modelle in der Prosa der 1920er-1950er Jahre vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen, technischen, sozialen sowie politischen Entwicklungen, Veränderungen und Zäsuren integriert?

Ausgangspunkt der Untersuchungen bilden literarische Darstellungen des Phänomens der Epiphanie. Der Ausdruck „Epiphanie“ bezeichnet als religiöser Begriff eine transzendente Erfahrung, die mit der Erscheinung eines göttlichen Wesens verbunden ist. Während Philosophie und Poetik der Romantik Epiphanien mit der Theoretisierung des Absoluten zu einem Phänomen schriftsprachlicher Reflexion machen, werden mit der Figurenwahrnehmung in romantischer Erzählliteratur neben religiösen zugleich profane Epiphanien dargestellt. In ihnen rufen Begegnungen mit anderen Menschen, der Natur und der Kunst transzendente Erfahrungen hervor. Somit wirkt das Phänomen der Epiphanie modellbildend für narrative Verfahren und kann zur existenziellen Sinnstiftung von Leserinnen und Lesern beitragen. Forschungsaufgabe ist demnach die Analyse von Epiphanien sowie weiterer Darstellungen von Reflexionen auf das Absolute in romantischer Erzählliteratur, ihre Abstraktion zu einem produktions- sowie rezeptionsästhetischen Modell und ihrer Anwendung auf das Korpus zu den 1920er-1950er Jahren hinsichtlich ihrer Abweichung und Konstanz.

Forschungsinteressen

Neuere deutsche Literatur (18. – 20. Jhd., insb. 1790 – 1820 u. 1920 – 1960), Die ästhetische Moderne (1790 – 1960) als internationales Phänomen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, U.S.A.), Darstellungen von Epiphanien als Erzählverfahren, Literatur in Verbindung mit Erzähltheorie, Mediensemiotik und Philosophie, Historische Semantik / Ideengeschichte, Semantische Schnittstellen zwischen Hoch- und Populärkultur

Publikationen

AUFSÄTZE

  • Poetologie der Einbildungskraft: Eine semantische Isotopie produktionsästhetischer Reflexionen bei Schelling, Novalis, Aragon und Breton, in: Sebastian Lübcke/Johann Thun (Hg.): Romantik und Surrealismus. Eine Wahlverwandtschaft? Berlin 2018, S. 35-54.
  • Epiphanien – Zur Poetik religiöser Erfahrungen in der ästhetischen Moderne: Novalis, Hofmannsthal, Jahnn, in: Tomas Sommadossi (Hg.): »Polytheismus der Einbildungskraft«. Wechselspiele von Literatur und Religion von der Aufklärung bis zur Gegenwart, Würzburg 2018, S. 193-213.
  • Poetische Äquivalenzen zwischen André Bretons Manifesten, Louis Aragons Der Pariser Bauer und Hans Henny Jahnns Die Nacht aus Blei, in: Karina Schuller/Isabell Fischer (Hg.): „Der Surrealismus in Deutschland (?)“, Interdisziplinäre Studien, Münster 2016, S. 124-140.

REZENSIONEN

Vorträge

  • Einführung. [Funktionen der Einbildungskraft um 1800, Graduiertenkolleg „Modell Romantik“, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1.-2. März 2018]
  • Epiphanien in fingierten Träumen – Ein Verfahren zur Generierung sakraler Deutungsschemata in der Prosa der ästhetischen Moderne. [Workshop, Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 17.-18. Oktober 2017]
  • Auf der Suche nach religiösen Erfahrungen: Darstellungsverfahren und Funktionen von Epiphanien bei Wackenroder, Novalis und Hoffmann [Finden und Erfinden. Die Romantik und ihre Religionen 1790-1820, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung (IZP), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 17.-19. Mai 2017]
  • (Profane) Epiphanien – Poetologien der Einbildungskraft bei Schelling, Novalis und Aragon [Romantisme et Surréalisme. Eine Wahlverwandtschaft?/ Une affinité elective?, CIERA – Interdisziplinäres Zentrum für Deutschlandstudien und -forschung, Université Lyon II, 18.-19. März 2016]
  • Poetische Äquivalenzen in Hans Henny Jahnns ‚Die Nacht aus Blei‘, André Bretons ‚Manifesten‘ und Louis Aragons ‚Le paysan de Paris‘ [Surrealismus in Deutschland (?), Kunstmuseum Pablo Picasso/Münster, 03.-05. März 2014]

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