Maria Behrendt

DIENSTADRESSE

Maria Behrendt M.A. M.A.
Wiss. Mitarbeiterin für die Historische Musikwissenschaft am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena-Altenburg
Jenaer Straße 3 | Raum 3
99425 Weimar
maria.behrendt@hfm-weimar.de
Tel. +49 (0) 3643 555 285

CURRICULUM VITAE

Maria Behrendt (geb. Schors) wurde 1986 in Köln geboren. Sie studierte Musikwissenschaft, Medienwissenschaft und Französisch an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, gefördert von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 2011 erlangte sie an der Universität Münster den Master of Arts mit einer Arbeit zu den Goethe-Liedern Felix Mendelssohn Bartholdys. Von 2011 bis 2012 studierte sie, gefördert vom DAAD, an der University of Wales, Bangor, und erlangte den Abschluss eines Masters of Arts by Research mit einer Arbeit zum Nordischen Ton in den Balladen Carl Loewes. Von Oktober 2012 bis Januar 2014 war sie wissenschaftliche Hilfskraft, seit Oktober 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (Qualifikationsstelle: Promotion). Ihr Promotionsvorhaben trägt den Titel „Romantische Aspekte im Lied der 1830er Jahre“. Maria Behrendt war von Oktober 2012 bis November 2014 Redaktionsassistentin, von Januar bis November 2015 Redakteurin des musikwissenschaftlichen Magazins DIE TONKUNST. Sie ist gemeinsam mit Ina Knoth und Tom Wappler Sprecherin der Fachgruppe „Nachwuchsperspektiven“ der Gesellschaft für Musikforschung. Seit April 2017 ist sie assoziierte Doktorandin im Graduiertenkolleg „Modell Romantik“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

DISSERTATIONSPROJEKT

ROMANTISCHE ASPEKTE IM LIED DER 1830ER JAHRE

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem deutschen Kunstlied der 1830er Jahre, einer Epoche, die oft als Zeit der „Kleinmeister“, „Nebenromantiker“, „Talsenke zwischen Schubert und Schumann“ oder auch „Biedermeier im Lied“ bezeichnet wird. Dies beruht jedoch auf einem retrospektiven und verzerrten Geschichtsbild: Schuberts Lieder galten in den 1830er Jahren keineswegs als modellhaft für das Lied und von Schumanns Liedern konnte man ja nun noch nichts wissen. Zudem fanden in den 1830er Jahren eine Reihe von Umbrüchen statt, die direkten Einfluss auf die Liedgeschichte nahmen und teils eine Weiterentwicklung der frühromantischen Diskurse um 1800 darstellen. So verschärfte sich die Diskussion um Heinrich Heine mit dem Verbot seiner Schriften im Dezember 1835. Auch der Orientalismus gewann an Bedeutung, denn ab etwa 1830 reisten die Bürger verstärkt gen Osten. Der wachsende Nationalismus wurde durch Gründung des „Deutschen Preß- und Vaterlandsvereins“ im Februar 1832 verstärkt. Auch die Emanzipation des Bürgertums gewann durch die Revolution um 1830 an Kraft, wie auch – als Gegenentwurf – der Rückzug in die Beschaulichkeit des eigenen Heims. Diese Umbrüche finden sich auch im Liedrepertoire wider, wie etwa in der Auseinandersetzung mit Heine, der Beliebtheit von romantischer Naturlyrik, der wachsenden Anzahl an Rheinliedern, sowie von Liedern, die bürgerliche Häuslichkeit propagieren, wie etwa Wiegenlieder. Ziel der Arbeit soll eine Neubewertung der Dekade sein unter dem Aspekt des Romantikbegriffes. Dabei sollen die Termini der „Nebenromantiker“ etc. problematisiert werden und stattdessen untersucht werden, inwiefern sich im Lied der 1830er Jahre romantische Aspekte finden.

FORSCHUNGSINTERESSEN

Lied und Ballade im frühen 19. Jahrhundert, Felix Mendelssohn, Goethes Faust in der Musik

PUBLIKATIONEN

AUFSÄTZE

  • »Keiner mag ihn hören, keiner sieht ihn an…« Carl Bancks Liederzyklen Des Leiermanns Liederbuch und Des Müllerburschen Liebesklage in Mond und Morgenliedern – Streitschriften eines Schubert-Advokaten?, in: Österreichische Musikzeitschrift 6 (2017), S. 42–47.
  • Jakob und Jacques – Lieder zwischen den Fronten. Zum Themenschwerpunkt „Offenbach in Wien“, in: Österreichische Musikzeitschrift 5 (2017), S. 19–25.
  • Von Franz S. bis Beyoncé – Schuberts Ave Maria, das Ewig- und das Heutig-Weibliche, in: Österreichische Musikzeitschrift 6 (2016), S. 53–59.
  • ,Mehr Witz als die Musik verträgt?‘ Heinrich Heine in Liedvertonungen der 1830er Jahre, in: Sabine Brenner-Wilczek (Hg.), Heine-Jahrbuch 2016, Stuttgart 2016, S. 75–88.
  • „Sel’ger Kindheit Himmelstraum“: Romantisierte Bürgerlichkeit in Max Regers Schlichten Weisen, in: Jürgen Schaarwächter (Hg.), Max Reger und das Lied. Tagungsbericht 2015, Stuttgart 2016, S. 119–134.
  • ,Umgraben und Aufpeppen‘: Vom Klavierauszug zum Orchesterwerk. Komponist Alexander Vaughan im Gespräch mit TONKUNST-Redakteurin Maria Behrendt über seine Orchestrierung von Hillers Das Orakel, in: Die Tonkunst 9 (2015), Nr. 1, S. 45–47.
  • , … in den Klangvisionen Goethes schon vorgeahnt…‘ Paul Dessaus 7 Lieder zu Goethes Faust, in: Panja Mücke/Christiane Wiesenfeldt (Hg.), Faust im Wandel. Faust-Vertonungen vom 19. bis 21. Jahrhundert, Marburg 2015, S. 206–223.
  • (zusammen mit Dominik Höink, Rebekka Sandmeier, Katharina Dettmann, Nicole DʼOliveira, Maike Gevers, Sarah Grossert, Marika Henschel und Kirstin Pönnighaus) Händels Oratorien im deutschsprachigen Raum (1800–1900). Texte und Rezensionen in ausgewählten Musikzeitschriften, Göttingen 2014 (ausgezeichnet mit dem internationalen Händel-Forschungspreis 2014).
  • Streichquartett e-Moll op. 44 Nr. 2 MWV R 26, in: Kai Schabram (Hg.), Mendelssohns Kammermusik, Berlin 2013, S. 129–136.
  • (zusammen mit Kirstin Pönnighaus und Michael Werthmann) Fortunati Santini als Bearbeiter von Werken Mozarts, in: Peter Schmitz/Andrea Ammendola (Hg.), Sacrae Musices Cultor et Propagator. Internationale Tagung zum 150. Todesjahr des Musiksammlers, Komponisten und Bearbeiters Fortunato Santini. Tagungsbericht Münster 14.–16. September 2011, Münster 2013, S. 164–181.
  • Tauschen – Handeln – Schenken: Die europäischen Netzwerke Fortunato Santinis, in: Peter Schmitz/Andrea Ammendola (Hg.), Sammeln – Komponieren – Bearbeiten. Der römische Abbate Fortunato Santini im Spiegel seines Schaffens, Münster 2011, S. 51–59.
  • Waisenkinder der Romantik – Die Lieder Max Regers, in: Christiane Wiesenfeldt (Hg.), Max Reger. Zwischen allen Stühlen, Sinzig 2011, S. 59–69.

REZENSIONEN

  • zu: Fanny Hensel, Achmed and Irza. Ausgewählte Lieder für Singstimme und Klavier, in: Die Tonkunst 10 (2016), Nr. 4, S. 476–477.
  • zu: Raimund Schächer (Hg.), Klavierstücke von Fanny Hensel, Band 12, in: Die Tonkunst 10 (2016), Nr. 1, S. 96–97.
  • zu: Wolfgang Goldhan/Ralf Wehner (Hg.), Felix Mendelssohn. Lieder für Männerchor à capella, (= Leipziger Ausgabe der Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Serie VII, Band 4, 2 Teilbände), in: Die Tonkunst 9 (2015), Nr. 3, S. 358–359.
  • zu: Sebastian Leikert (Hg.), Der Tod und das Mädchen. Musikwissenschaft und Psychoanalyse im Gespräch, in: Die Tonkunst 7 (2013), Nr. 1, S. 113–114.
  • zu: Christoph Jakobi (Hg.), Elisabeth von Herzogenberg: Selbst die Bäume weinen, in: Die Tonkunst 6 (2012), Nr. 2, S. 264–265.
  • zu: Wolfgang Dinglinger (Hg.), Sebastian Hensel: Hier fiel Mutter vom Esel, in: Die Tonkunst 6 (2012), Nr. 1, S. 104–106.
  • zu: Christian Martin Schmidt (Hg.), Felix Mendelssohn Bartholdy: Lieder für eine Singstimme und Klavier, in: Die Tonkunst 5 (2011), Nr. 4, S. 564–566.
  • zu: Dieter Martin/Thomas Seedorf (Hg.), Lied und Lyrik, in: Die Tonkunst 5 (2011), Nr. 3, S. 404–405.

TAGUNGS- & PROJEKTBERICHTE

  • Tagungsbericht: Komponistenwitwen, in: Die Musikforschung (www.musikforschung.de)
  • Workshop: Mess-Quellen, Mess-Überlieferung und Mess-Kontexte im 16. Jahrhundert, in: Die Tonkunst 7 (2013), Nr. 3, S. 387–388.
  • Congress Review: Rezeption klassischer Vokalgattungen in den 1910er bis 1930er Jahren, in: Die Tonkunst 5 (2011), Nr. 1, S. 66–67.

VORTRÄGE

  • Narrating the ,Loreley‘. Heine’s poem in settings by 1830s composers [International Musicological Society, 20th Quinquennial Congress, Tokyo, 20. März 2017]
  • „Ein Märchen aus uralten Zeiten…“ Die ‚Loreley‘ im Lied des frühen 19. Jahrhunderts [9. Weimarer Liedtage, 10. Januar 2017]
  • „Mehr Witz als die Musik verträgt?“ Heinrich Heine in Liedvertonungen der 1830er Jahre, [18. Forum Junge Heine Forschung, Düsseldorf, 5. Dezember 2015 (ausgezeichnet mit dem Preis des Forums)]
  • Rheinsagen und -lieder – Der Salon als Schmiede einer gemeinsamen nationalen und kulturellen Identität [The European Salon: Nineteenth-Century Salonmusik, Maynooth (Irland), 4. Oktober 2015]
  • „Wie aus einem morgenländischen Quell…“ Heinrich Stieglitz Bilder des Orientsin Liedvertonungen der 1830er Jahrem [Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung, Halle, 1. Oktober 2015]
  • „Sel’ger Kindheit Himmelstraum“: Romantisierte Bürgerlichkeit in Max RegersSchlichten Weisen [Interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung zu Max Regers Liedschaffen, Karlsruhe, 24. September 2015]
  • „Dort bläht ein Schiff die Segel…“ Das Meer als Ort romantischer Weltflucht im Lied der 1830er Jahre [7. Weimarer Liedtage, 13. April 2015]
  • Zwischen Schubert und Schumann – Das deutsche Kunstlied der 1830er Jahre [5. Weimarer Liedtage, 9. Juli 2013]
  • Carl Loewe’s Image of the North – The English, Scottish and Nordic Ballads [Inaugural Conference of Celtic Studies, Bangor (Wales), 22. Juli 2012]
  • (zusammen mit Kirstin Pönnighaus und Michael Werthmann) Fortunato Santini als Bearbeiter von Werken Wolfgang Amadeus Mozarts [Internationale Tagung zum 150. Todesjahr des Musiksammlers, Komponisten und Bearbeiters Fortunato Santini, Münster, 15. September 2011]

VARIA

TEXTE IN KONZERTPROGRAMMEN

  •  Austausch und Anverwandlung. Die Schumanns und Brahms: Eine musikalisch-biografische Dreiecksbeziehung, in: Konzertprogramm Melos Logos. Poetische Liedertage in Weimar, 21. bis 23. November 2014, S. 31–38.
  • „…Dann löst sich des Liedes Zauberbann“, in: Konzertprogramm Robert Schumann: Frauenliebe und -Leben op. 42, Liederkreis nach Heinrich Heine op. 24, Berlin, 17. November 2013.
  • „O penosa lontananza“, in: Konzertproramm O penosa lontananza: Kammermusik von Graun, Rameau, Porpora und Bononcini, Berlin, 25. August 2013.
  • Verschiedene Beiträge, in: KonzertprogammFortunato Santini. Sammler – Komponist – Bearbeiter. Werke für Chor und Orchester von Santini, Palestrina, Bach, Händel, Graun und Mendelssohn, hgg. Maria Schors & Michael Werthmann.
  • Die Schöpfung – Eine Einführung“, in: Konzertprogramm „Die Schöpfung, Konzert Münster 17. Juli 2010“, S. 2–3.
  • „Das Menschenbild in Haydns Schöpfung“, in: Konzertprogramm „Die Schöpfung, Konzert Münster 17. Juli 2010“, S. 15–21.