Alltag anders T. 8

Unter dem Titel „Alltag anders“ versammeln wir Selfies und Statements von Kollegmitgliedern, die sich mit den Fragen beschäftigen: Was machen Sie derzeit, was Sie sonst nicht tun? Hat sich Ihre Wahrnehmung durch die gegenwärtige Situation verändert? Worüber denken Sie plötzlich nach? Was wünschen Sie sich für morgen, in einem Monat, in einem Jahr?

 


„Alltag anders“ beim Graduiertenkolleg


Am Wochenende des 27. und 28. Juli fand der zweite Teil unseres
journalistischen Workshops mit Uwe Ebbinghaus (FAZ) statt.
Ein Tischarrangement, das die derzeit notwendigen Abstandsregelungen
berücksichtigte, ermöglichte uns ein Treffen in Präsenzform.


Auf diese Weise kam eine lebendige Diskussion über die
eingereichten Beiträge zustande. Aufgabe der Teilnehmenden war es,
Reportagen über kulturelle Orte mit Berührungspunkten
zur Romantik zu verfassen und sich darüber im journalistischen
Schreiben zu üben. Die Beiträge führten uns in Städte wie Hannover
und Nürnberg, auf Wanderungen durch Thüringen und den Teutoburger Wald,
sie beschrieben uns die Tagebaulandschaft Profens und die Gartenanlagen
von Schloss Altenstein. Mit den Anregungen aus der Diskussionsrunde
gehen die Artikel nun in die zweite Überarbeitungsphase
und erscheinen demnächst auf FAZ online.

                                                                                                – Patricia Kleßen

 


„Alltag anders“ beim Graduiertenkolleg


Planungen und Austausch im Grünen und im Gehen! Langsam heißt es wieder: „Get together“

 


„Alltag anders“ bei Cornelia Wagener


…¿Zwitschern die Vögel in diesem Jahr lauter?…

Die Uni ging am 20.3. in den Notbetrieb. Mein Kollege und ich waren sicher die Letzten, die noch am Institut waren und einen Abschiedskaffee tranken – ich bin wohl die einzige Sekretärin an dieser Universität, die ihren Kaffee gekocht bekommt. Wir verabschiedeten uns mit den Worten: „Wir sehen uns in besseren Zeiten und pass gut auf Dich auf.“ Dann fiel die Tür ins Schloss.

Ich richtete zu Hause also meinen Homeoffice-Arbeitsplatz ein. Es fühlte sich komisch an, von heute auf morgen aus der sonst nicht immer geliebten Normalität herausgeschupst zu werden. Der Kater ist auch ganz verwundert. Normalerweise springt er nur auf den Tisch, wenn wir es nicht sehen. Plötzlich waren wir alle zu Hause. Zu allen Mahlzeiten alle fünf Hausbewohner am Tisch, es fühlte sich ein wenig an wie zwischen Weihnachten und Neujahr, nur dass wir eben arbeiteten. Aus den Ecken des Hauses hörte man Wortfetzten von Telefonaten oder Video-Konferenzen. Wir versuchten, das Beste aus der Situation zu machen, gingen spazieren und am Abend spielten wir Rommé. Das tun wir sonst nur im Urlaub oder an Feiertagen.

Eines Morgens, ich habe die Balkontür geöffnet und sitze am Laptop. Auf dem Dachfürst unseres Hauses sitzt die Amsel, die ich in den vergangenen Tagen schon bei der Futtersuche für ihre Jungen in unserem Garten gesehen habe, und zwitschert voller Inbrunst und Ausdauer ihr Liedchen. Ich bin erstaunt, denn noch nie ist mir aufgefallen, wie laut und ausdauernd Amseln singen.