01./02.03.2018 Nachwuchstagung „Funktionen der Einbildungskraft um 1800“

In der Moderne erfährt die Einbildungskraft eine radikale Aufwertung. Dies gilt besonders im Hinblick auf ihre produktive Funktion für die Gestaltung von Welt, Gesellschaft, Individuum und Kunst. Kant bestimmt die Einbildungskraft als integralen Bestandteil des menschlichen Erkenntnisvermögens, nach Fichte besitzt sie eine produktive Funktion bei der Entstehung der Ideen. Noch radikaler fällt diese Umwertung bei Schelling aus, der sie zum Fundament von Philosophie und Kunst macht. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in der Ästhetik des 18. Jahrhunderts, paradigmatisch sichtbar in der Genieästhetik des Sturm und Drang sowie in der Literatur und Poetologie der europäischen Romantik. Im Zuge des Bedeutungswandels der Einbildungskraft wird das Verständnis von Subjektivität, Kunst und Kultur grundlegend verändert.

Die Nachwuchstagung knüpft an bisherige Forschungen zur Ideen- und Begriffsgeschichte von Phantasie, Imagination, Einbildungskraft und Vorstellungsvermögen an. Darauf aufbauend fragt sie nach (1) semantischen Veränderungen des erweiterten und aufgewerteten Begriffsfeldes in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, (2) neuen diskursiven und sozialen Funktionen der Einbildungskraft im Zuge dieses Aufwertungsprozesses sowie danach, (3) wie die erkenntnistheoretische Auf- und Umwertung der Einbildungskraft fortwirkt.

Die Tagung findet am 1. und 2. März 2018 im Auditorium des Haus „Zur Rosen“ statt (Johannesstraße 13, 07745 Jena). Die Veranstalter_innen sind Doktorand_innen des Graduiertenkolleg „Modell Romantik“, namentlich Marc Emmerich, Hendrick Heimböckel und Mirjam Sauer.

Nähere Informationen unter: http://modellromantik.uni-jena.de/tagungeinbildungskraft/